Vergleich · Stand 05.10.2026
MGA-Lizenz (Malta): Register, Beschwerdeweg und was eine EU-Lizenz in Deutschland bedeutet
Werte je Casino, jede Angabe mit Quelle.
Die Malta Gaming Authority (MGA) ist die Glücksspielaufsicht des EU-Staats Malta und vergibt Lizenzen auf Grundlage des Gaming Act, Kapitel 583 der maltesischen Gesetze. Unter den Glücksspiel-Regulatoren, deren Namen im Footer von Online-Casinos auftauchen, unterscheidet sie sich von den Behörden in Curaçao und Anjouan an einem Punkt besonders deutlich: Sie nimmt Beschwerdefälle von Spielern selbst an.
Zur Prüfung einer Malta-Lizenz stellt die MGA drei Werkzeuge bereit: das Licensee Register, das Enforcement Register und eine Liste nicht autorisierter URLs. Keine der vier hier profilierten Marken, also Bizzo, KatsuBet, Posido und Neospin, nennt eine Lizenz aus Malta; sie verweisen auf Curaçao oder Anjouan, Posido laut casino.guru zusätzlich auf Estland.
Eine Lizenz aus Malta ist keine Erlaubnis nach dem Glücksspielstaatsvertrag 2021. Wer in Deutschland mit Erlaubnis anbietet, steht auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL); die Volltextsuche im Abruf vom 02.10.2026 findet keine der vier Marken.
Florian SeidelRedakteur · Register und Quellen · Stand 05.10.2026 · Autorenseite
Die 4 Casinos im Vergleich
| Casino | Lizenz | Regulator |
|---|---|---|
| Bizzo Casino | Curaçao (Curaçao Gaming Authority) | Curaçao Gaming Authority (CGA) |
| KatsuBet Casino | Curaçao (Curaçao Gaming Authority) | Curaçao Gaming Authority |
| Posido Casino | Anjouan (Komoren) + Estland (casino.guru) · Estland + PAGCOR (Philippinen) + Anjouan (askgamblers.com) | Anjouan Gaming; Estonian Tax and Customs Board (de.casino.guru) · Estonian Tax and Customs Board; The Philippine Amusement and Gaming Corporation (PAGCOR); Anjouan Gaming Board (askgamblers.com) |
| Neospin Casino | Anjouan (Komoren) + Tobique Gaming Commission (New Brunswick, Kanada) (casino.guru) · Tobique Gaming Commission (askgamblers.com) | Anjouan Gaming (Komoren); Tobique Gaming Commission (New Brunswick) (casino.guru) · Tobique Gaming Commission (askgamblers.com) |
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MGA und Gaming Act (Cap. 583)
Rechtsgrundlage der Aufsicht ist der Gaming Act (Cap. 583). Auf ihm beruhen Directives und mehrere Regulations, darunter die Gaming Authorisations Regulations, die Player Protection Regulations und die Gaming Commercial Communications Regulations (S.L. 583.09). Durchsetzungsmaßnahmen gegen Lizenznehmer ergreift die MGA laut eigener Startseite nach dem Gaming Act und den zugehörigen Directives und veröffentlicht sie im Enforcement Register.
Die MGA teilt ihre Lizenzinhaber in zwei Gruppen. B2C-Lizenznehmer bieten selbst einen Gaming Service an, also das Spiel für Endkunden. B2B-Lizenzinhaber bilden die zweite Gruppe. Für Spieler ist deshalb die B2C-Lizenz die entscheidende: Nur sie deckt ein Casino ab, bei dem man selbst ein Konto führt und Einsätze tätigt.
Für Lizenznehmer schreibt die MGA Pflichtangaben vor, die beim Prüfen helfen. Werbung muss nach den Gaming Commercial Communications Regulations unter anderem den Namen des Lizenznehmers, die Lizenznummer, das Mindestalter und Hinweise zum verantwortungsvollen Spielen zeigen. Zu den Angaben auf der Website gehören laut MGA-FAQ unter anderem ein Responsible-Gaming-Hinweis und ein dynamisches Siegel, das sogenannte Kite Mark. Name und Lizenznummer aus der Werbung lassen sich mit dem Register abgleichen.
Licensee Register und Liste nicht autorisierter URLs
Im Licensee Register der MGA lässt sich nach vier Merkmalen suchen: dem Namen des Lizenznehmers, dem Autorisierungsstatus, der URL und dem Gaming Service. Die Suche nach der URL ist für Spieler der direkteste Weg. Steht die Domain des Casinos bei einem Lizenznehmer, ist die Verbindung zwischen Angebot und Lizenz belegt. Fehlt sie, belegt das Register diese Verbindung nicht.
Gesucht wird beim Namen nicht nach der Marke, sondern nach dem Lizenznehmer, also nach der Firma, die die Lizenz hält. Eine Firma kann mehrere Domains führen, und dieselbe Marke kann im Lauf der Jahre den Inhaber wechseln. Welche Firmen hinter den hier profilierten Marken stehen und welche Domains dieselben Betreiber führen, sammelt die Übersicht aller bekannten Firmierungen.
Die Liste nicht autorisierter URLs ergänzt das Register von der anderen Seite. Die MGA prüft verdächtige Websites und veröffentlicht diese Liste, damit Spieler nicht auf die irreführende Behauptung hereinfallen, eine bestimmte Seite besitze eine MGA-Lizenz. Ein Siegel oder eine Nummer im Footer genügt also nicht als Beleg; maßgeblich ist der Eintrag beim Regulator. Eine ähnliche Warnung gibt die philippinische PAGCOR heraus: Sie hat alle Internet-Gaming-Lizenzen zum 15.12.2024 aufgehoben und nennt jede Website, die eine gültige PAGCOR-Online-Lizenz behauptet, nicht autorisiert.
Wie der Abgleich einer Nummer bei den anderen Behörden abläuft, welche Felder ein Registereintrag zeigen sollte und welches Register derzeit nicht erreichbar ist, erklärt die Anleitung Lizenznummer prüfen mit den Registern aller vier Lizenzprofile.
| Werkzeug der MGA | Was es zeigt |
|---|---|
| Licensee Register | Suche nach Lizenznehmer, Autorisierungsstatus, URL und Gaming Service |
| Enforcement Register | Durchsetzungsmaßnahmen nach Gaming Act und Directives |
| Liste nicht autorisierter URLs | Websites mit irreführender Angabe einer MGA-Lizenz |
| Kite Mark | dynamisches Siegel auf der Website des Lizenznehmers |
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Beschwerde: Player Support Unit und ADR (20 Tage)
Die Player Support Unit (PSU) der MGA nimmt Beschwerdefälle von allen Personen an, nicht nur von Einwohnern Maltas. Voraussetzung ist, dass sich der Fall gegen einen MGA-Lizenznehmer richtet und dieser rechtswidrig handelt oder sein Angebot nicht sicher, fair oder transparent betreibt. Die MGA empfiehlt, den Fall vorher mit dem Betreiber selbst zu klären.
Formaler Kanal ist ein Online-Formular. Bearbeitet werden Fälle nur auf Englisch oder Maltesisch, eine Eingabe auf Deutsch reicht also nicht. Als Gründe nennt das Formular unter anderem Probleme mit Zahlungen und Auszahlungen, Bonusbedingungen, die Identitätsprüfung (KYC) und die Schließung eines Kontos.
Neben der PSU steht die alternative Streitbeilegung (ADR). Jeder MGA-Lizenznehmer muss vor dem Start seines Angebots eine ADR-Stelle beauftragen. Bleibt die Beschwerde beim Betreiber ohne Ergebnis, kann sich der Spieler an die PSU oder an eine ADR-Stelle wenden. Entscheidet die ADR zugunsten des Spielers, hat der Betreiber laut MGA-FAQ 20 Tage Zeit, die Entscheidung umzusetzen.
- BetreiberZuerst die Beschwerde beim Lizenznehmer selbst einreichen und die Antwort abwarten.
- Player Support UnitBleibt der Fall offen, das Formular der MGA auf Englisch oder Maltesisch ausfüllen.
- ADR-StelleAlternativ die ADR-Stelle anrufen, die der Lizenznehmer vor dem Start beauftragen musste.
- UmsetzungEntscheidet die ADR für den Spieler, hat der Betreiber 20 Tage zur Umsetzung.
Malta, Curaçao und Anjouan im Vergleich
Die Curaçao Gaming Authority vermittelt oder entscheidet keine Streitigkeiten zwischen Spielern und Anbietern und kann keine Entschädigung anordnen. Seit dem 07.10.2026 ist außerdem ihr Online-Gaming-Portal eingestellt, sodass sich die OGL-Nummern, die casino.guru für Bizzo und KatsuBet nennt, beim Regulator derzeit nicht abgleichen lassen. Was die Curaçao-Lizenz nach der LOK vom 24.12.2024 umfasst, zeigt das eigene Profil.
Anjouan Gaming schlichtet ebenfalls nicht selbst. Dort führt der Weg zuerst über die Beschwerdefunktion im Siegel des Betreibers, der binnen 30 Kalendertagen antworten muss, danach zu einer ADR, an der Lizenznehmer teilnehmen müssen und deren Kosten der Betreiber trägt. Das Register von Anjouan ist nach Nummer, Firma und Domain durchsuchbar: Neospin steht dort mit ALSI-202509073-FI2 bis zum 29.09.2027, die Domain posido.com dagegen in keinem Eintrag; die Nummer ALSI-202411077-FI2 gehört laut Register der Stellar Ltd.
| Merkmal | Malta (MGA) | Curaçao (CGA) | Anjouan |
|---|---|---|---|
| Behörde / Rechtsgrundlage | MGA, Gaming Act | CGA, LOK seit Dezember 2024 | Anjouan Gaming unter der Anjouan Offshore Financial Authority |
| Öffentliches Register | Licensee Register, Suche auch nach URL | Portal im Oktober 2026 eingestellt | durchsuchbar nach Nummer, Firma, Domain |
| Beschwerde einzelner Spieler | Player Support Unit nimmt Fälle an | keine Vermittlung, keine Entschädigung | Betreiber, danach ADR |
| ADR-Frist | 20 Tage zur Umsetzung einer Entscheidung | kein ADR-Ablauf genannt | keine ADR-Frist genannt; vorher 30 Kalendertage Antwortfrist des Betreibers |
| Marken auf dieser Website | keine | Bizzo, KatsuBet | Posido, Neospin |
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EU-Lizenz und deutsche Erlaubnis
Eine gemeinsame Lizenz der EU für Online-Glücksspiel gibt es nicht. Die estnische Steuer- und Zollbehörde EMTA schreibt ausdrücklich, dass es keine harmonisierten EU-Anforderungen gibt und eine Lizenz aus einem anderen EWR-Staat nicht zum Angebot in Estland berechtigt. Deshalb führt die EMTA eigene Erlaubnisse: Ihre Liste mit Stand 01.10.2026 nennt unter Online-Glücksspiel die Estolio Limited mit www.posido.com und die Moon Technologies OÜ mit www.bizzocasino.com. Was der Begriff EU-Lizenz im Footer eines Casinos tatsächlich aussagt und wie er sich zu nationalen Erlaubnissen verhält, ordnet die Startseite ein.
In Deutschland erteilt die GGL seit dem 01.01.2023 die Erlaubnisse für virtuelle Automatenspiele und Online-Poker. Nach § 4c GlüStV 2021 gilt eine solche Erlaubnis für alle Länder, bei erstmaliger Erteilung fünf Jahre, sonst sieben Jahre. Ein Firmensitz in Malta schließt sie nicht aus: Antragsteller müssen ihren Sitz in einem EU- oder EWR-Staat haben und ohne Sitz im Inland einen Empfangs- und Vertretungsbevollmächtigten benennen. Die MGA-Lizenz ersetzt diesen Antrag aber nicht. Wie die deutsche Erlaubnis der GGL erteilt wird und was ein Whitelist-Eintrag zeigt, beschreibt das Profil der deutschen Lizenz.
Für Online-Casinospiele im engeren Sinn, also Bankhalterspiele, ist nicht die GGL zuständig. Nach § 22c GlüStV 2021 können die Länder sie für ihr eigenes Gebiet selbst veranstalten oder Konzessionen vergeben, und eine solche Konzession ist auf das Hoheitsgebiet des Landes begrenzt.
Ein Angebot mit MGA-Lizenz, aber ohne Eintrag in der Whitelist, gehört damit zu den Casinos ohne deutsche Lizenz; welche Lizenzgeber diese Anbieter nennen und welche Regeln dort fehlen, vergleicht die Übersicht der Offshore-Angebote. Ein gestellter Antrag ändert daran nichts: Laut GGL bleibt ein Angebot ohne Erlaubnis, bis es geprüft, genehmigt und in die Whitelist aufgenommen ist. Ob ein Antrag vorliegt, sagen die Behörden aus Datenschutzgründen nicht.
Was eine Lizenz voraussetzt: B2C, B2B und Sicherheitsleistung
Die Frage, was eine Casino-Lizenz kostet, betrifft Anbieter und nicht Spieler. Die MGA unterscheidet B2C- und B2B-Lizenzen; Gebühren nennen die ausgewerteten MGA-Quellen nicht.
Für die deutsche Erlaubnis nennt der Glücksspielstaatsvertrag dagegen eine feste Größe. Voraussetzung ist eine unbefristete selbstschuldnerische Bankbürgschaft eines Kreditinstituts aus der EU oder dem EWR über fünf Millionen Euro. Sie sichert Auszahlungsansprüche der Spieler und staatliche Ansprüche und kann bis zum erwarteten Monatsumsatz erhöht werden, höchstens auf 50 Millionen Euro. Bei virtuellen Automatenspielen braucht zudem jedes einzelne Spiel vorab eine eigene Erlaubnis.
Zu den weiteren Voraussetzungen der deutschen Erlaubnis gehören die Offenlegung von Inhabern und Beteiligungen über 5 Prozent sowie die Bedingung, dass im Konzern kein unerlaubtes Glücksspiel veranstaltet wird.
Kurze Antworten
Häufige Fragen zur MGA-Lizenz
Was ist eine MGA-Lizenz?
Eine Lizenz der Malta Gaming Authority nach dem Gaming Act (Cap. 583). Anbieter, die selbst Spiele an Endkunden anbieten, halten eine B2C-Lizenz; die MGA führt alle Lizenznehmer in ihrem Licensee Register.
Ist eine Malta-Lizenz in Deutschland gültig?
Eine MGA-Lizenz ist keine Erlaubnis nach dem GlüStV 2021. Anbieter mit deutscher Erlaubnis stehen in der Whitelist der GGL, deren 38 erfasste Einträge für Automatenspiele, Poker und Online-Casinospiele im Abruf vom 02.10.2026 alle Seiten mit der Endung .de nennen.
Welche Casinos haben eine EU-Lizenz?
Eine einheitliche EU-Lizenz gibt es nicht; jede Lizenz stammt von einer nationalen Behörde. Ob ein Casino eine MGA-Lizenz hält, zeigt die Suche nach seiner URL im Licensee Register. Keine der vier hier profilierten Marken nennt eine MGA-Lizenz.
Wie prüfe ich, ob ein Casino wirklich eine MGA-Lizenz hat?
Im Licensee Register nach Domain oder Firmenname suchen und den Autorisierungsstatus ansehen. Zusätzlich lohnt der Blick in die Liste nicht autorisierter URLs, mit der die MGA vor falschen Lizenzangaben warnt.
Kann ich mich bei der MGA über ein Casino beschweren?
Ja, wenn das Casino MGA-Lizenznehmer ist. Die Player Support Unit nimmt Fälle von allen Personen an, bearbeitet sie aber nur auf Englisch oder Maltesisch. Vorher sollte der Fall beim Betreiber vorgebracht werden.
Was ist das Kite Mark der MGA?
Ein dynamisches Siegel, das laut MGA-FAQ zu den Angaben auf der Website eines Lizenznehmers gehört. Als Beleg zählt trotzdem der Eintrag im Licensee Register, nicht das Siegel allein.
Wie viel kostet eine Casino-Lizenz?
Die MGA unterscheidet B2C-Lizenzen für Anbieter, die selbst Spiele an Endkunden anbieten, und B2B-Lizenzen; Gebühren nennen die ausgewerteten MGA-Quellen nicht. Für die deutsche Erlaubnis verlangt der GlüStV 2021 eine Bankbürgschaft über fünf Millionen Euro, erhöhbar auf höchstens 50 Millionen Euro.
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